Wir hören uns im Kino!

Berufsvereinigung der Filmtonschaffenden Österreichs

NACHSCHAU DIAGONALE 2022

    • Diagonale Preise für Sound Design 
an Manuel Grandpierre und Andreas Hamza
    • 6.4. Diagonale Update Tag „A FILM IS A TEAM“: Lenja Gathmann und Philipp Mosser sprechen zur aktuellen Situation in der Postproduktion
    • 7.4. Diagonale ThinkTank Tag „WorldCafe“ Diskussion mit Branchenvertreter*innen zum Thema
 „Best Practice Postproduktion“; organisiert und moderiert von 
filmton austria und aea (Austrian Editors Association)

Preise für Sound Design

Wir freuen uns sehr, dass unser fta Mitglied Manuel Grandpierre den Diagonale Preis für das beste Sound Design/Spielfilm für „Luzifer“ (R: Peter Brunner)zuerkannt bekommen hat und gratulieren ihm herzlich! Weiters gratulieren wir Andreas Hamza zum Diagonale Preis für das beste Sounddesign/Dokumentarfilm für seine Arbeit „Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien“ (R: Konstantin Wulff).

Die Diagonale Preise für das beste Sound Design wurden 2013 auf Initiative des damaligen Verbandes der österreichischen Sound Designer*innen geschaffen. Die Preisgelder von je € 3.000,- werden dankenswerterweise von der VdFS – der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden gestiftet und von den unabhängigen Diagonale Jurys vergeben.

Jury Spielfilm 2022

  • Leena Koppe (Bildgestalterin, AT/DE)
  • Heike Parplies (Filmeditorin, DE)
  • Barbara Wurm (Literatur- und Filmwissenschaftlerin, HU Berlin und Berlinale, DE)

Begründung:

„Dass diese Welt eine verstörende ist, macht der Ton von Beginn an klar. Gebete werden gemurmelt, die wenigen Brocken Sprache vermischen sich mit den Lauten der Natur. Störgeräusche allenthalben, Zwie- und Selbstgespräche, am besten aber klappt die Kommunikation eigentlich mit den Vögeln und Göttern. Unterbrochen und übertönt wird diese hermetische Bergexistenz vom bedrohlichen Sound der Drohnen und Hubschrauber. Die stillen Momente sind kurz. Das Unwohlsein findet kein Ende. Die Frequenzen erzeugen ein Surren und Brummen, das uns und auch die verletzten Kreaturen dieses Films erfasst noch bevor der Körper zu reagieren und das Hirn zu begreifen vermag. Dass der Schrecken über das Ohr kommt, ist eine Binsenweisheit. In der zwischen Überwältigung und inneren Klängen wohldosierten Tongestaltung dieses Films findet die Form zum Inhalt.“

Jury Dokumentarfilm 2022

  • PierreEmmanuelFinzi(Verleiher und Filmschaffender, Filmgarten, AT
  • SelinaHangartner (Filmkritikerin und Co-Chefredakteurin Filmbulletin, CH)
  • EsthervanMessel(Produzentin, Weltvertrieb und Verleih, First Hand Films, CH/DE)

Begründung:

„Für die Offenherzigkeit, mit der nicht nur ein Ohr für persönliche, verzwickte Lagen, sondern auch Übersetzungen in soziale und politische Kontexte gefunden werden – für das bekräftigende Echo einer inzwischen hundert Jahre alten Institution, in der Vielstimmigkeit mit solidarischer Entschlossenheit kommuniziert, möchten wir den Preis für das beste Sounddesign an Andreas Hamza für Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien überreichen.“

Diagonale Rahmenprogramm

Gemeinsam mit dem Verband der Filmeditor*innen (aea) haben wir heuer auf der Diagonale zwei Veranstaltungen organisiert und moderiert.

Diagonale Update Tag

Am Mittwoch den 6.4. ziehen Lenja Gathmann und Philipp Mosser zusammen mit Julia Drack und Christoph Loidl im Rahmen des Branchenforums „Coming Soon“ eine Bilanz der Arbeitsbedingungen in der Postproduktion und legen die inhaltliche Basis für das gemeinsame Projekt „Best Practice Postproduktion“. Diese Initiative sucht in Anlehnung an das „livre blanc de la postproduction cinema“ unserer französischen Kolleg*innen aus dem Jahr 2019 nach Perspektiven für kreatives Arbeiten unter wertschätzenden und gesundheitsbewahrenden Bedingungen. Diese werden für uns immer schwieriger, da die Entwicklung in der Postproduktionslandschaft derzeit ausschließlich in Richtung maximaler Kostenoptimierung geht, angetrieben von neuen technische Möglichkeiten und vom wachsenden Spardruck immer geringerer Budgets.

Philipp Mosser unterzieht die Auswirkungen von Package Deals durch Tonstudios einer kritischen Bestandsaufnahme.

Philipp Mosser unterzieht die Auswirkungen von Package Deals durch Tonstudios einer kritischen Bestandsaufnahme.
© Dominik Tschütscher

Diagonale ThinkTank „Best Practice PostProduktion“

Am Donnerstag, den 7.4., moderieren filmton austria und austrian editors association eine „WorldCafe“ Diskussion, zu der die beiden Verbände vorab 30 Vertreter*innen von Förderinstitutionen, des ORF, Betreiber von Postproduktionshäusern, sowie Regisseur*innen, Produzent*innen, Editor*innen und Sounddesigner*innen eingeladen haben. In vier Gesprächspools zu den Themen „Work-Life Balance“, „neue Berufe in der (Post-) Produktion“, „Schnittassistenz“ und „Package Deals“ diskutierten in drei Durchgängen die Gruppen darüber, wie die Eingeladenen und die Beteiligten zu einem kreativeren Umfeld für die Postproduktion beitragen können. Von fta Seite stellen sich Lenja Gathmann, Axel Traun, Johannes Konecny und Philipp Mosser als Moderator*innen zur Verfügung.

In den Gesprächsrunden wird leise aber intensiv diskutiert

In den Gesprächsrunden wird leise aber intensiv diskutiert.
© Dominik Tschütscher

 

Es werden -wie erwartet- keine Allheilmittel gegen den zunehmenden Effizienzdruck gefunden. Ebenfalls wird von Seiten der Produzent*innen darauf hingewiesen, dass die budgetäre Situation in der Filmproduktion derzeit dramatisch sei und kein Sparpotential ungenutzt bleiben dürfe.

Trotzdem wird ein wesentlicher Sinn der Veranstaltung erfüllt: Problembewusstsein bei Vertreter*innen der Branche zu schaffen und alle Teilnehmer*innen zu eigener Denk- und Lösungsarbeit zu animieren.

 

 
© Dominik Tschütscher

Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen werden derzeit gesammelt und vom Editor*innenverband aea und filmton austria als Grundlage für eine längerfristige Zusammenarbeit aufbereitet.

Es bleibt zu sagen, dass die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen der aea für diese Initiative sehr gut funktioniert. Im Vorfeld der Veranstaltung haben seit Mitte Dezember zahlreiche produktive Meetings stattgefunden. Die fta Arbeitsgruppe dazu besteht bisher aus Lenja Gathmann, Philipp Mosser und Axel Traun, von Seiten der aea wird sie von Christoph Loidl, Julia Drack und Sebastian Schreiner beschickt.

Danke für die tolle Zusammenarbeit!

Der gesamte Think Tank „Best Practice Postproduktion“ wurde durch die VdFS finanziell unterstützt und das Plenum von der Regisseurin Clara Stern professionell und einfühlsam moderiert.

Im Anschluss konnten wir die Teilnehmer*innen aller Think Tanks noch zu einem „Drink Tank“ ☺, einem Umtrunk und einer kleinen Stärkung einladen.